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Sandstein- und Märchenhöhle

Informationen

Sandstein- und Märchenhöhle

Die Sandsteinhöhle ist keine Laune der Natur, sondern von Menschenhand durch den unterirdischen Abbau eines weißen, feinkörnigen Sandes, der als Streu- und Schersand verwendet wurde, entstanden. Dieser Sandstein gehört zu den oberen Schichten des mittleren Bundsandgesteins, der vor ca. 200 Millionen Jahren in einem wüstenartigen Gebiet, durchsetzt mit einzelnen Wasserflächen, entstanden ist.

Als Menschen unserer Zeit fällt es uns schwer, das harte Los der Walldorfer Sandmacher nachzufühlen. Beim Besuch der Höhle, die zu einem beliebten Ausflugsziel wurde, können Sie sich eine Vorstellung vom Leben der Sandmacher verschaffen.

Über den Beginn des Sandabbaus in Walldorf gibt es keine gesicherten Kenntnisse. Die zahlenmäßig wachsende Bevölkerung Walldorfs suchte im Mittelalter neben der Landwirtschaft und dem Handwerk eine neue Erwerbsquelle, die sie in dem feinkörnigen Sand unter den Hügeln in der Umgebung von Walldorf entdeckte.

So entstand die Sandsteinhöhle, ein unterirdisches Labyrinth von ca. 65.000 Quadratmeter Fläche mit 2.500 Säulen. Sie ist die größte Höhle dieser Art in Europa.

Erst seit 1800 sind schriftliche Quellen über die Höhle vorhanden. So arbeiteten 1828 zwölf "Sadpächter" mit ihren Familienangehörigen in der "Fiskalischen Sandgrube". Sie mussten dafür dem meiningischen Staat jährlich 5 Gulden Pachtgeld zahlen.

Oft waren die Sandpächter nicht in der Lage, die Summe des Pachtgeldes aufzubringen. Die Sandgewinnung zählte deshalb zu den Notgewerben.

Mit primitiven Werkzeugen wie Spitzhacke, Meißel und Holzklöppeln drangen die Sandmacher immer tiefer in das Felsgestein ein. Oft konnten sie in den schmalen Gängen beim Rauch der Öllampen nur in gebückter Haltung arbeiten und gehen. Diese Arbeitsbedingungen, der Hunger und die körperlichen Anstrengungen führten zum frühzeitigen Tod vieler Arbeiter. Von der Armut der Sandmacher waren auch die Kinder sehr hart betroffen.

Zeitweise waren 60 bis 80 Personen, oftmals sogar Tag und Nacht, damit beschäftigt, Sandsteinbrocken abzuspalten und anschließend zu zertrümmern. Zu Hause klopften Frauen und Kinder das Material, siebten für Holztische und Dielen verwendet, besonders feine Qualität diente als Vorläufer des Löschpapiers zum Abtrocknen der Tinte. Walldorfer Händler verkauften ihn weit über Land.

Um Käufer anzulocken, sangen die Sandmacher das Lied: "Der Sandmann ist da, er hat so schönen weißen Sand, ist allen Leuten wohlbekannt...".

Der Absatz des Sandes und damit auch der Abbau ging um die Jahrhundertwende rasch zurück. Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Sandgewinnung in Walldorf eingestellt.

Viele Überlegungen und Initiativen gab es, um die Sandsteinhöhle Walldorf anderweitig zu nutzen. Der Versuch, in der Höhle Champignons zu züchten, misslang, da hier ganzjährig Temperaturen von nur 8 - 10°C herrschen, die für eine solche Pilzzucht zu niedrig sind. Im Jahre 1932 wurde die Höhle erstmalig durch einen Verein der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Besucherzahlen gingen jedoch in den Kriegsjahren zurück und das führte letztendlich zur Einstellung des Betriebes.
Erst seit dem 9. Juni 1957 ist es wieder möglich, die Sandstein- und Märchenhöhle zu besuchen. Mit der Gestaltung von Märchenbildern, die besonders Kindern Freude bereiten, wurde den Märchendichtern ein Denkmal gesetzt. Speziell den Gebrüdern Grimm und vor allem Ludwig Bechstein, der als Adoptivsohn des Gründers der Forstakademie J. M. Bechstein eng mit Meiningen und seiner Umgebung verbunden war.

Jetzt neu! Auch außerhalb der Öffnungszeiten (1. März bis 1. November) sind Führungen ab 10 Personen nach vorheriger Absprache möglich.

Preise

Normalpreis:
Erw.: 5,00 EUR, Kind (3-14 J.): 2,50 EUR
ermäßigt:
Schwerbeschädigte: 4,00 EUR
Gruppenpreis:
ab 20 Pers., Erw.: 4,00 EUR, Kind: 2,00 EUR

Galerie - zum Vergrößern bitte anklicken

Öffnungszeiten & Kontakt

Öffnungszeiten:

März, April, Mai
10.00 Uhr - 17.00 Uhr

Juni, Juli, August
10.00 Uhr - 18.00 Uhr

September & Oktober
10.00 Uhr - 17.00 Uhr
Kontakt:

Sandstein- und Märchenhöhle
Bernd Hartung
Marienstraße 6
98639 Walldorf

Telefon: 0 36 93 / 88 12 77
Fax: 0 36 93 / 89 01 63
E-Mail: zum Kontaktformular »»»
Internet: www.sandsteinhoehle.de

Unverbindliche Anfrage

Besonderes

Außerhalb der Öffnungszeiten kann eine persönliche Führung ab 10 Personen gebucht werden.


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