Hennebergisches Museum Kloster Veßra

Hennebergisches Museum Kloster Veßra

Im südlichen Vorland des Thüringer Waldes, am Zusammenfluss von Schleuse und Werra, liegt die in ihrer Struktur einmalig erhalten gebliebene mittelalterliche Anlage des ehemaligen Prämonstratenser-Chorherrenstiftes Veßra. In dem seit 1994 zur Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten gehörenden Klosterareal ist das Hennebergische Museum Kloster Veßra beheimatet. Das Museum widmet sich in Forschung und Darstellung der Geschichte des ehemaligen Klosters und des Henneberger Landes sowie der Volkskunde dieser Region im Süden Thüringens. Diese Landschaft - eingebettet zwischen Kamm des Thüringer Waldes, Rhön und Grabfeld - entwickelte über viele Jahrhunderte geschichtliche und kulturgeschichtliche Eigenständigkeit, die bis heute erlebbar ist. Ihre Identität zu dokumentieren, zu erschließen, ins Bewusstsein zu rücken und damit als Teil einer vielgliedrigen Kulturlandschaft im Herzen Deutschlands zu bewahren, ist Anliegen des Hennebergischen Museums in Kloster Veßra.

Das 1131 gegründete Hauskloster der Henneberger Grafen entwickelte sich bis zur Reformation zur bedeutendsten monastischen Einrichtung im Henneberger Land und war als politischer und ökonomischer Mittelpunkt auch kulturelles Zentrum mit überregionaler Ausstrahlung (Bau- und Buchkunst, Geschichtsschreibung, Astronomie, Gartenkultur). Auf dem 6 ha großen heutigen Museumsgelände, das noch vollständig mit der alten Klostermauer umgeben ist, befinden sich als denkmalgeschützter Baukomplex romanische und gotische Klostergebäude (u. a. Ruine der spätromanischen Klosterkirche, Klausurgebäude und Kreuzgangrest, Hennebergische Grabkapelle, Torturm, Torkirche, Ausstellung zur Klostergeschichte) sowie die seit dem 16. Jahrhundert entstandenen und später oft veränderten Wirtschaftsgebäude des späteren Domänenbetriebes.

In der Landschaft sehr markant und weithin sichtbar tritt die ehemalige Klosterkirche St. Marien - die Basilika wurde 1138 durch Bischof Otto I. von Bamberg geweiht - mit der überaus eindrucksvollen Silhouette des imposanten zweitürmigen Westbause (13. Jh.) in Erscheinung.
Zu den Kostergebäuden wurde seit 1981 ein Freilichtensemble im Westteil des Geländes aufgebaut.


Das sogenannte "Dorfmuseum" spiegelt in seiner Sammlung architektonischer Objekte - vom repräsentativen Wohnhaus bis zum kleinen Bienenhäuschen - verschiedene Erscheinungsformen ländlicher Fachwerkarchitektur wider. Die Gebäude dienen gleichermaßen als historische Hüllen zur Darstellung der Wohn- und Arbeitsweise vergangener Generationen. Einrichtung und Ausstattung unterstreichen auffällig die soziale Differenziertheit der Dorfbevölkerung. Ausschließlich sonst dem Untergang geweihte Objekte aus verschiedenen Regionen des Henneberger Landes, wie Grabfeld, Vorderrhön und Werratal, wurden an ihren originalen Standorten abgebaut und in Kloster Veßra wiedererrichtet.

Ein besonderes Anliegen ist auch die Sammlung und Präsentation traditionellen Handwerks aus dem ländlichen Raum. Derzeit befinden sich im Ausstellungskomplex eine original eingerichtete Schmiede, zwei Backhäuser und eine mit Wasserkraft (oberschlächtiges Wasserrad) betriebene Getreidemühle. Ein weiterer Bereich für kommunal genutzte Gebäude mit Brauhaus und Friedhofskapelle soll künftig um ein Gemeindehaus erweitert werden.

Angelehnt an die Milieudarstellung in den Fachwerkhäusern sind Gartenanlagen nach historischem Vorbild gestaltet. Besonders hervorzuheben ist die Rekonstruktion eines spätmittelalterlichen Heil- und Gewürzkräutergartens. Hier sind mit Akribie die Regeln des in den Klöstern gepflegten Gartenbaues vor Augen geführt. Als Schausammlung werden in verschiedenen Parzellenanlagen einst typische Wild- und Kulturpflanzen des Henneberger Landes gezeigt - Arten, die heute nicht mehr oder nur noch selten im Anbau sind. Beachtung verdient auch die Anlage, die das historische Prinzip der Drei-Felder-Wirtschaft im Wechsel von Brache, Sommer- und Wintergetreide demonstriert. In die Kultur eingestreut sind typische alte Ackerwildkräuter, die heute zum großen Teil ausgestorben oder in ihrem Bestand stark gefährdet sind.

Kontakt

Hennebergisches Museum Kloster Veßra

Anger 35
98660 Kloster Veßra

03 68 73 / 6 90 30
03 68 73 / 6 90 49
Kontakt / Reservierung
www.museumklostervessra.de

Öffnungszeiten

April - Oktober:
09.00 - 18.00 Uhr

November - März:
10.00 - 17.00 Uhr

November - April:
montags geschlossen

Preise

Normalpreis:
6,00 EUR
ermäßigt:
4,00 EUR
Gruppenpreis:
ab 20 Personen: 4,00 EUR

Bilder

Ehemalige Klosterkirche St. Marien
Hennebergisches Museum Kloster Veßra
Umgesetzte Wassermühle aus Wohlmuthausen
Ensemble umgesetzter Fachwerkhäuser
Umgesetzte Friedhofskapelle aus Herrenbreitg.
Wohnstube im Neubauernhaus
Ehemalige Klosterkirche St. Marien

Lage

Routenplanung nach:
Anger 35, 98660 Kloster Veßra
Bitte Startadresse ergänzen und auf "Route berechnen" klicken.

Falk.de

  • B
  •   Route berechnen


Folge uns: