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Wasungen in Thüringen

Wasungen - Übersicht

Wasungen

Die Kleinstadt Wasungen in Südthüringen verfügt über einen historischen Stadtkern mit zahlreichen sehenswerten Fachwerkbauten.

Über Wasungen

Wasungen in Thüringen

Die ca. 4.000 Einwohner zählende Kleinstadt Wasungen blickt auf eine reiche und interessante Geschichte zurück. Der Ort wurde 874 erstmals urkundlich erwähnt.

Der historische Stadtkern von Wasungen blieb in seiner ursprünglichen Topographie im Wesentlichen über Jahrhunderte unverändert. In Fachwerk errichtete stattliche Adelshöfe und stolze Bürgerhäuser prägen das Gesicht der Altstadt. Auch zahlreiche Bauten der neueren Zeit zeugen von Traditionstreue.

Sie zeigen typische alte Formen und Elemente "fränkisch-hennebergischer" Fachwerkbauweise. Zu den bedeutendsten historischen Baudenkmälern Wasungens zählen u. a. Reste der mittelalterlichen Wehranlagen: Stadtmauer (14 Jh.) mit Judenturm (13. Jh.) und Pfaffenburg (1387, Rekonstruktion 1974).

Auf dem Marktplatz stehen Fachwerkhäuser des 16. - 20. Jh. Das spätgotische Rathaus (1532/34, Sanierung 1998 - 2003) beherrscht die Architenktur des Stadtzentrums. Auf massiven Erdgeschoss erheben sich zwei Fachwerkgeschosse (Andreaskreuze, Viertelkreisstreben, "Wilder Mann"). Ein asymmetrisch angeordneter Erker auf der Traufseite des Gebäudes erstreckt sich über beide Fachwerkgeschosse. Im Inneren des Rathauses ist der historische Ratssaal mit Vertäfelung aus dem 16. Jahrhundert sehenswert. Der Marktplatz entstand als Erweiterung der Hauptstraße.

Die Stadtkirche St. Trinitatis wurde anstelle der bereits im 13. Jh. erbauten romanischen Kirche errichtet (Kirchenschiff 1584, Turm 1596/1708, Chor 1680). Im Kircheninneren sind Kanzel und zweigeschossige Emporen aus dem 17. Jh. sehenswert.
Das ehemalige Damenstift ist eines der schönsten Gebäude der Stadt. Bernhard Marschalk von Ostheim ließ es 1596 als Stiftshaus für verarmte adelige Damen errichten. Bemerkenswert sind die aufwendig gestalteten Hölzer, das Renaissance-Portal mit dem Wappen des Erbauers und die kunstvoll ausgeführten Stuckdecken aus der Erbauungszeit im Inneren des Hauses.

Heute haben im Damenstift das Stadtmuseum und das Stadtarchiv, das Thüringische Karnevalsmuseum (im Aufbau) sowie die Tourist-Information ein schönes Domizil.

Beeindruckend sind die ehemaligen Adelshöfe von Wasungen: Das Amtshaus wurde 1606/07 als Sitz des Amtmannes im Renaissance-Stil errichtet. Reich profilierte Hölzer, zierliche, als Bogenkreuze ausgeführte Andreaskreuze, Stuckdecken und Wandmalereien im Inneren stammen aus der Glanzzeit der hiesigen Fachwerkbaukunst. Sehenswert ist der Renaissance-Torbogen mit der Fußgängerpforte (1611).

Der Weyenhof (1630/32, Sanierung 2000-2002), ein ehemals reiches Adelsanwesen mit zahlreichen Privilegien, belegt ebenfalls das hohe künstlerische Können seiner Erbauer.
Massive Giebelseite (Volutengiebel mit Fächerrosette) mit dem Wappen der Bauherren (Christian Wild und Katharina Hanwacker), kunstvoll gestaltetes Fachwerk (Viertelkreisrauten, "Wilder Mann"), Stuckdecken im Inneren in den Formen der Renaissance sind charakteristisch für dieses Gebäude.

Der Maienhof (1576) wurde als Adelssitz in Erweiterung eines mittelalterlichen Wehr- und Wohnturmes errichtet. Eine Besonderheit der Fachwerkgestaltung sind die gebogenen Andreaskreuze, die diese Form erstmals in unserer Gegend auftreten.

Der Fellehof (18. Jh.) mit Toranlage aus der Erbauungszeit zeigt durch seine Leiterbrüstung eine schlichte, jedoch beeindruckende Fachwerkgestaltung.

In der Friedhofskirche St. Peter sind Reste des Querhauses einer um 1000 errichteten Kirche erhalten. Im Inneren und an den Außenwänden sind zum Teil kunstvoll gestaltete Epitaphien zu sehen.

Der Steinerne Tisch war eine historische Gerichtsstätte. Das freie kaiserliche Landgericht hat hier seine Urteile über Leben und Tod gefällt. Gegenüber befindet sich der "Galgenhügel", der seinen Namen von der Vollstreckung der Urteile erhalten hat.
Die später "Maienluft" genannte Burg legten die Ritter von Wasungen im 12. Jh. an. Nachdem sie ihre strategische Funktion verloren hatte, wurde sie in eine landwirtschaftliche Domäne umgewandelt. Zu besichtigen sind der Bergfried (13. Jh.), Reste der Umwehrung der Vor- und Hochburg sowie der ehemaligen Burgkapelle. Die Wirtschaftsgebäude aus dem 19. Jh. dienen heute als komfortables Hotel und Restaurant.

Auch zahlreiche Bürger- und Gasthäuser sowie das Pfarrhaus zeichnen sich durch reiche Verwendung und künstlerische Gestaltung der Hölzer aus. Ab dem 18. Jh. beschränkte man sich auf das konstruktiv Notwendige, und nach und nach wurden später die Fachwerkgebäude verputzt. Im 19. und 20. Jh. wurden die Bautraditionen neu belebt. Mit dem Brunnenplatz (1921-1922) entstand eine Fassadengestaltung, die den Traditionen des ortstypischen Fachwerks Rechnung trägt.

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