Severikirche Erfurt

Severikirche in Erfurt

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Dom steht die Severikirche. Über ihre frühe Zeit ist wenig bekannt. Es ist aber anzunehmen, dass an ihrer Stelle oder dicht daneben bereits im Jahre 836 ein Benediktiner-Nonnenkloster "St. Paul in alto monte" gestanden hat. Bei Ausgrabungen auf der Severiwiese durch das Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar (1960/61) traten Grundmauern eines durch Feuer zerstörten Fachwerkbaues und Scherben aus dem 8.-11.Jahrhundert zutage. Sie können einst zu dem Nonnenkloster gehört haben. Im Jahre 1123 musste es auf Veranlassung des Erzbischofs auf den Cyriaksberg verlegt werden, weil man den Platz ihres Klosters zum Bau des Krummhauses benötigte. Um 935 soll auf dem Domhügel, vermutlich zwischen Dom und Nonnenkloster, das
Augustinerchorherrenstift St. Severi gegründet worden sein. Die wahrscheinlich von ihm erbaute Kirche brannte 1080 ganz und 1142 teilweise ab. Der um die Mitte des 12.Jahrhunderts entstandene Neubau verfiel im 13. Jahrhundert stark. In der Zeit von 1278 bist etwa 1400 wurde der heutige Bau errichtet. Er ist eine vierjochige, fünfschiffige Halle mit zwei Querschiffen. Die Türme erhielten 1972/73 einen neuen Kupferbelag, das Dach wurde 1973 erneuert.

Die Severikirche ist ein frühes Beispiel der gotischen Hallenkirchen. Tiefenausdehung und Streckung in die Breit sind meisterlich ausgewogen und bewirken einen festlichen Raumeindruck. Ursprünglich waren ein Ost- und ein Westchor geplant. Man erkennt es an der großen Breite des ersten und des letzten Joches, die als Querschiffe geplant waren. Ein weiterer Hinweis auf diese Querschifffunktion ist das prachtvolle Radfenster im nördlichen Querschiff. Über dem Südportal sitzt der heilige Severus als Bischof, ein plastisches Meisterwerk (um 1365) des Schöpfers der Neuwerkmadonna im Angermuseum. Die Madonna über dem Nordportal, um 1360 entstanden, ist dagegen eine bescheidene Arbeit. Aus späterer Zeit, bereits aus dem Anfang des 16.Jahrhunderts, stammt das Kruzifix dieses Portals. Im Inneren der Kirche stehen Meisterwerke der Erfurter Plastik. Eine Steinmadonna (um 1345) am Chorhals trägt den Namen ihres Künstlers Johann Gehardt. Der sogenannte Severisarkophag im südlichen Seitenschiff gehört zu den großartigsten Leistungen der deutschen Plastik des 14.Jahrhunderts. Zwei Meister haben an ihm gearbeitet. Der größere hat die Deckelplatte gestaltet, die heute als Altaraufsatz im vorderen Seitenschiff genutzt wird.

Der Meister der Seitenplatten erzählt das Leben des Heiligen so anschaulich, dass er der Ludwig Richter seiner Zeit genannt worden ist. Ein Meisterwerk besonderer Art ist der mit dem Überbau 15m hohe Taufstein aus Sandstein von1467. Unter der Bekrönung, die bis zur Deckenwölbung reicht, steht eine holzgeschnitzte Madonna (thüringischer Ursprung). Besonders zu beachten ist der Fuß des Taufsteins. In die gleiche Zeit gehört das Marmorrelief einer Michaelisplastik, die das Herstellungsjahr 1467 überliefert.

Kontakt

Severikirche Erfurt

Pfarramt Severihof 2
99084 Erfurt

0361 576960
0361 5769619

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag:
10:00 Uhr - 16:00 Uhr



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