Schiller-Museum Bauerbach

Schiller-Museum Bauerbach

Schillers Flucht nach Bauerbach
Am 15. Dezember 1780 wurde der 21jährige Schiller aus der Stuttgarter Militär-Akademie entlassen. Fast acht Jahre hatte er an der militärischen "Pflanzschule" Herzog Carl Eugens von Württemberg verbracht. Trennung von der Familie, strenges Reglement und herzogliche Willkür prägten diese Jahre und erweckten den Widerstand des jungen Medizinstudenten.

Als ihm 1779 der Abschluss verwehrt und ein weiteres Jahr an der Carlsschule aufgezwungen wurde, weitete sich sein Widerstand massiv aus. Längst hatte er begonnen, an seinem Trauerspiel "Die Räuber" zu arbeiten, in dessen Monologen und Dialogen er sein wütendes Aufbegehren gegen die Zwänge dieser "Vaterwelt" hineindichtete. Als Schiller 1782 auf die schlecht besoldete und wenig angesehene Stelle eines Stuttgarter Regimentsarztes versetzt wurde, eskalierten die Spannungen zwischen dem jungen Dichter und Carl Eugen.

"Die Räuber" waren im Mai 1781 als Druck im Selbstverlag erschienen; am 13. Januar 1782 folgte die vielumjubelte Uraufführung am Mannheimer Theater. Schiller, inkognito und ohne Erlaubnis zur Aufführung in das kurpfälzische "Ausland" gereist, geriet nun endgültig in den Fokus des zornigen württembergischen Despoten, der dem jungen Heißsporn bei Strafe der Arretierung die Publikation nichtmedizinischer Texte rigoros untersagte.

Schiller, der seine angestrebte Karriere als Dramatiker keinesfalls aufgeben wollte, geriet damit in einen gefährlichen Konflikt mit dem unberechenbaren Herzog. Das Schicksal des vom Herzog eingekehrten Dichters Christian Friedrich Daniel Schubart drohend vor Augen, entschloss sich Schiller zur Desertion. Gemeinsam mit dem Freund Andreas Streicher entwich er am Abend des 22. September 1782 aus Stuttgart, um sich der nicht mehr aushaltbaren Gefahr zu entziehen.

Von Stuttgart aus floh Schiller unter anderem über Mannheim, Worms und Frankfurt nach Meiningen, von wo er am Abend des 7. Dezember 1782, unterstützt durch den Meininger Bibliothekar Wilhelm Reinwald, zu Fuß nach Bauerbach gelangte, "wie ein Schiffbrüchiger, der sich mühsam aus den Wellen gekämpft hat". Auf dem dortigen Gut der Henriette von Wolzogen, die Schiller als Mutter eines befreundeten Mitschülers auf der Carlsschule kannte, erhielt er vorläufig sichere Zuflucht.

Bauerbach wurde Schiller zum "Ideenmagazin". Im Mittelpunkt seiner dramatischen Bemühungen stand das bürgerliche Trauerspiel "Louise Millerin", das später unter dem Titel "Kabale und Liebe" erschien; weitere Stoffe wurden vorbereitet, so der "Don Carlos" und die "Maria Stuart". Am 24. Juli 1783 verließ Schiller das Thüringer Exil und ging nach Mannheim, wo er eine Anstellung als Theaterdichter erhielt.


Der Aufenthalt in Bauerbach blieb für Schiller zeitlebens prägend: Menschlich erfuhr er Zuwendung und selbstlose Hilfe - durch Streicher, Frau von Wolzogen, Reinwald und nicht zuletzt durch die Bauerbacher selbst. Als Dichter bereitete er hier Stoffe und Stücke vor, denen er sich später wieder zuwenden sollte.

© Text: Klassik Stiftung Weimar,
Fotos: Henry Czauderna (Thüringen.info)



Besonderes

Seit 2005 wird in dem historischen Gebäude die Ausstellung »Schillers Flucht aus Stuttgart und Aufenthalt in Bauerbach« präsentiert.

Kontakt

Schiller-Museum Bauerbach
Ortsteil Bauerbach

Friedrich-Schiller-Straße 1
98631 Grabfeld

036945 50301
036945 50992

Öffnungszeiten

1.3. - 31.10.
Dienstag bis Sonntag 13.00 - 17.00 Uhr



Preise

Normalpreis:
3,50 EUR
ermäßigt:
2,50 EUR; Schüler (16-20 J.) 1,00 EUR
Gruppenpreis:

Bilder

Schiller-Museum Bauerbach
Wolzogen-Zimmer im Obergeschoss
Infotafeln im Museum
Kleines Wolzogenzimmer
Kleines Wolzogenzimmer
Schillers Wohn- und Arbeitszimmer
Schlafkammer
Flur mit Gemälden
Uhr im kleinen Wolzogenzimmer
historisches Buch von Schiller
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Lage



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