Fürstengruft auf dem Historischen Friedhof

Fürstengruft

Die Fürstengruft befindet sich auf dem Historischen Friedhof in Weimar und wurde 1824-27 als Begräbnisstätte für das großherzogliche Haus Sachsen-Weimar-Eisenach erbaut.

Die Gruft, die angrenzende Russisch Orthodoxe Kirche sowie die alten Gräber auf dem Friedhof sind wie ein aufgeschlagenes Geschichtsbuch in die Weimarer Vergangenheit.

Geschichte der Weimarer Fürstengruft
Von 1823 bis 1828 ließ Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar und Eisenach durch den Oberbaudirektor Clemens Wenzeslau Coudray auf dem neuen städtischen Friedhof ein Mausoleum für seine Dynastie errichten. Noch vor der Vollendung des oberen Kapellenraumes wies der Bauherr 1827 die Beisetzung Friedrich von Schiller in der Grablege der Weimarer Herzöge an.

Nach dem Tod Carl Augusts 1828 und seiner Bestattung in der Fürstengruft verfügte sein Sohn Carl Friedrich 1832, dass auch Johann Wolfgang von Goethe an diesem Ort neben dem Dichterfreund seine letzte Ruhestätte dort finden sollte.

Ein größerer baulichen Eingriff im Innern erfolgte 1862 mit dem Anbau der Russisch orthodoxen Kapelle. Dabei wurde die Grablege der russischen Großfürstin und weimarischen Großherzogin Maria Pawlowna durch Öffnung einer Mauer im Untergeschoss mit dem Gruftgewölbe verbunden.

Ihre Tochter Augusta, Enkeltochter Carl Augusts und als Gemalin Wilhelm I. seit 1861 preußische Königin, finanzierte zwischen 1863 und 1865 die Neugestaltung des Kapellenraumes im historischen Zeitgeschmack und stiftete zahlreiche sakrale Ausstattungsstücke.

Neben den Trauerfeiern für verstorbene Angehörige des Herzogs Sachsen-Weimar und Eisenach wurden in der Fürstengruft zu Jubiläen der beiden Dichter Gedächtnisfeiern zelebriert.

Die ersten fanden 1849 und 1859 anlässlich der 100. Geburtstage Goethes und Schiller statt. Damit verbunden war die Wandlung der fürstlichen Grablege zu einem frühen Ort der Dichterverehrung, was sich auch seit den 1922er Jahren in Bestrebungen zur Umbenennung in "Goethe- und Schiller-Gruft" äußerte. Schließlich waren der 200. Geburtstag Goethes 1949 und der 150. Todestag Schillers 1955 - gefeiert unter veränderten politischen Verhältnissen - der Anlass für die Namensänderung und grundlegende Umgestaltung zur Dichtergedenkstätte.

1948 wurde das Mausoleum der Fürstenfamilie enteignet und seit 1954 die Säkularisierung des Kapellenraumes. Alle sakralen Ausstattungsstücke wurden entfernt und stattdessen Marmorbüsten Goethes und Schillers aufgestellt. Im zweiten Schritt gestaltete man das Gruftgewölbe um, indem die Dichtersärge in die Mitte des westlichen Gewölbes gerückt wurden.

Der neue Name "Goethe- und Schiller-Gruft" setzte sich seit 1955 schnell im allgemeinen Sprachgebrauch durch und blieb wie die Veränderungen im Innern fast 40 Jahre bestehen.

1993/94 unterstützte die Wüstenrot-Stiftung eine umfangreiche bautechnische Sanierung und Innenraumrestaurierung des Gebäudes. Im Zuge dieser Arbeiten wurden die Umgestaltungen zur Zeit der DDR zurückgenommen, jedoch bleiben die meisten der sakralen Ausstattungsstücke für immer verloren. Die Dichtersärge kehrten an ihren alten Standort zurück. Am 22. September 1994 fand die Wiedereröffnung unter der alten Bezeichnung "Fürstengruft" statt.

Ergänzend zu den Maßnahmen von 1993/94 wurden 2010 und 2011 Neugestaltungen im Kapellenraum vorgenommen. Ein servicefreundlicher Neubau ersetzt das alte Kassenhäuschen. Die Lichtgestaltung und die Dokumentation zur Geschichte sind überarbeitet worden. Vor allem aber werden die wenigen überlieferten Inventarstücke wie Kandelaber, Bank und Armlehnstühle einbezogen. Eine besondere Neuerung ist die Präsentation der Bibel in einer Glasvitrine genau an jener Stelle, an der einst der Altar gestanden hatte.

© Text: Klassik Stiftung Weimar,
Fotos: Henry Czauderna (Thüringen.info)

Kontakt

Fürstengruft auf dem Historischen Friedhof

Am Poseckschen Garten
99423 Weimar

Öffnungszeiten

Sommer:
Mittwoch - Montag:
10:00 Uhr - 18:00 Uhr

Winter:
Mittwoch - Montag:
10:00 Uhr - 16:00 Uhr

Preise

Normalpreis:
4,00 EUR
ermäßigt:
3,00 EUR
Gruppenpreis:

Bilder

Fürstengruft auf dem Historischen Friedhof
Kapellenraum
Prunksarkophag von Großherzog Carl August
Ruhestätte von Goethe und Schiller

Lage



Folge uns: