Friedhofsmuseum

Friedhofskapelle und Friedhofsmuseum

1617-1619 wurde auf dem Friedhof in Kühndorf eine Kapelle erbaut. Die Emporen und die Bänke auf den Emporen aus grobem Holz stammen noch aus dieser Zeit. Über Jahrhunderte hat sich in der Kapelle ein Bestand von Epitaphen (Grabaufsätzen) und Totenkronen (geflochtene Kränze, die ledig verstorbenen Mädchen, aber teilweise auch Jungen gebunden wurden) gesammelt. Die Totenkronen und Totenkränze wurden vor Jahrhunderten den Toten aufs Haupt gesetzt und mit ins Grab gelegt, irgendwann hat man dann begonnen, manche aufzuheben und aufzustellen. Dass wir heute bei Trauerfeiern Kränze auf das Grab legen, ist ein Relikt dieses Brauches.

Die Epitaphe sind Zeugnisse der örtlichen Bauernmalereien – früher standen sie auf den Gräbern, manche hat man vor Wind und Wetter gerettet und in der Kapelle aufgehoben. Man kann an ihnen Sprüche und Verse lesen, aber auch die Persönlichkeit und den Glauben der Verstorbenen erkennen. Sie geben Zeugnis über die Bestattungsbräuche und das Todesverständnis in unserer Region in den letzten 300 Jahren. Weil solche Kronen und Epitaphen in fast allen Kirchen heute entsorgt sind, ist der Bestand einzigartig zu nennen.

Dieser Bestand wurde in den letzten Jahrzehnten durch eine Sammlung von Ausstellungsstücken zu diesem Thema zum Friedhofsmuseum Kühndorf ergänzt. Gegründet wurde es von Arno Braungardt, der bereits als 14-jähriger Tischlerlehrling im 2. Weltkrieg mit der Auslieferung von Särgen beschäftigt war. Er hat Friedhof, Leichenhalle und die kleine Kapelle selbst hergerichtet. So gesellten sich eine Totenbahre, viele gusseiserne Kreuze, besondere Grabsteine und viele weitere historisch bedeutsame Ausstellungsstücke hinzu. Jedes Stück erzählt seine eigene Geschichte.

So ist die kleine Kapelle, die auch heute noch von der Kirchengemeinde genutzt wird, ein ganz besonderes Kleinod. Wir laden Sie ein, die Kapelle und ihre Schätze zu besichtigen. In jedem Jahr zum Tag des Denkmals findet der Gemeindegottesdienst hier statt, am Karfreitag die Andacht zur Sterbestunde – und hin und wieder auch Trauerfeiern der Gemeinde.

Öffnungszeiten

Führungen nach Vereinbarung
(siehe Homepage)



Bilder

Kühndorfer Friedhof mit Museumskapelle
Arno Braungardt im Gespräch m. einem Besucher
Der Altar der kleinen 1622 erbauten Kapelle
Einblicke in die frühere Trauerkultur

Lage



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